Ausstehender Lohn in der Schweiz: Mahnung und rechtliche Schritte
Beziffern Sie den fehlenden Lohn-, Spesen- oder Austrittsposten und gleichen Sie Vertrag, GAV oder NAV, Lohnabrechnung, Arbeitszeitdaten und Bankeingang ab. Verlangen Sie Korrektur oder Zahlung schriftlich und mit belegbarem Zugang. Bleibt die Sache ungelöst, bestimmen Sie den zuständigen kantonalen Zivil-, Betreibungs- oder Insolvenzweg.
Kurz gesagt
Beziffern Sie den fehlenden Lohn-, Spesen- oder Austrittsposten und gleichen Sie Vertrag, GAV oder NAV, Lohnabrechnung, Arbeitszeitdaten und Bankeingang ab. Verlangen Sie Korrektur oder Zahlung schriftlich und mit belegbarem Zugang. Bleibt die Sache ungelöst, bestimmen Sie den zuständigen kantonalen Zivil-, Betreibungs- oder Insolvenzweg.
Wichtige Punkte
- Jede Forderung wird nach Zeitraum, Betrag, Rechtsgrund und Beleg aufgeschlüsselt.
- Die Erklärung üblicher Lohnabzüge und der Streit über eine unzulässige Verrechnung bleiben getrennte Suchabsichten.
- Die Mitteilung an den Arbeitgeber ist schriftlich, beziffert und nachweisbar zugestellt.
- Betreibung vollstreckt Geldforderungen, ersetzt bei Bestreitung aber nicht den Nachweis des Anspruchs.
- Bei Insolvenzzeichen wird der amtliche Weg zur Insolvenzentschädigung sofort geprüft.
Kurzantwort: Was tun, wenn der Lohn nicht eingegangen ist?
Bestimmen Sie zuerst genau, welcher Lohn-, Spesen- oder Austrittsposten fehlt, und vergleichen Sie Vertrag, GAV oder NAV, Lohnabrechnung, Arbeitszeitdaten und Bankeingang. Teilen Sie dem Arbeitgeber die bezifferte Forderung schriftlich mit, verlangen Sie eine nachvollziehbare Antwort und sichern Sie den Zugang. Bleibt die Zahlung aus, wählen Sie je nach Forderung und Arbeitgeberlage den kantonalen Zivil-, Betreibungs- oder Insolvenzweg.
Schnellcheck
Zuerst trennen: ausstehender Lohn, beanstandeter Abzug, Spesen, Arbeitszeitsaldo und Schlussabrechnung.
Unterlagen: Arbeitsvertrag, GAV oder NAV, Abrechnungen, Bankauszüge, Zeit- und Spesenbelege sowie Schriftverkehr.
Erster Kontakt: bezifferte schriftliche Beanstandung oder Mahnung mit belegbarem Zugang und vernünftiger Antwortfrist.
Forum: Der individuelle Lohnstreit ist eine Zivilsache; das zuständige kantonale Organ muss konkret bestimmt werden.
Betreibung: Sie dient der Durchsetzung von Geldforderungen, entscheidet aber nicht selbst über eine bestrittene arbeitsrechtliche Grundlage.
Insolvenz: Eine Insolvenzentschädigung kann in Betracht kommen und muss dringend mit der zuständigen Arbeitslosenkasse geprüft werden.
1. Den offenen Posten genau bestimmen
Beginnen Sie nicht mit dem pauschalen Satz, Sie seien nicht bezahlt worden. Erstellen Sie eine Liste nach Zeitraum, Brutto- oder Nettobetrag, Fälligkeit und Rechtsgrund. Voller Monatslohn, variable Provision, Spesen, Überstunden, Ferienguthaben und Schlussabrechnung brauchen unterschiedliche Belege. Für die allgemeine Vertrags- und Probezeitprüfung ist der Leitfaden zum Schweizer Arbeitsvertrag zuständig; diese Seite beginnt bei einer konkreten Geld- oder Abrechnungsstreitigkeit.
Streitpunkt | Zu prüfende Grundlage | Nützlicher Beleg |
|---|---|---|
Ganzer oder teilweiser Lohn | Vertrag, Lohnperiode, Arbeitsleistung | Lohnabrechnung und Bankauszug |
Abzug oder Verrechnung | Abrechnung, Rechtsgrund, Mitteilung | Frühere und aktuelle Abrechnung |
Arbeitszeit oder Überstunden | Vertrag, GAV/NAV, genehmigte Daten | Einsatzplan und Zeiterfassung |
Spesen | Reglement, Auftrag und Beleg | Genehmigung und Quittungen |
Schlussabrechnung | Enddatum und anerkannte Salden | Letzte Abrechnung und Korrespondenz |
2. Lohnabrechnung und Zahlung abgleichen
Nach dem Schweizer Obligationenrecht schuldet der Arbeitgeber Lohn; zum Geldlohn gehört eine schriftliche Abrechnung. Der amtliche Text von OR 323–323b zeigt zudem, dass Zahlungszeitpunkte durch Abrede, Übung, NAV oder GAV beeinflusst werden können und Verrechnungen Grenzen haben. Verlangen Sie deshalb bei jedem bestrittenen Abzug Rechtsgrund, Berechnung und Zeitraum, statt allein aus der Bezeichnung zu schliessen.
Wenn Sie zunächst AHV/IV/EO, ALV, BVG, Unfallversicherung, Quellensteuer und andere übliche Zeilen verstehen möchten, verwenden Sie den Leitfaden zu Schweizer Lohnabzügen. Der vorliegende Canonical ist relevant, wenn ein Posten fehlt, der Vereinbarung widerspricht oder nicht nachvollziehbar erklärt wird. Lohnverständnis und Anspruchsdurchsetzung bleiben damit getrennte Suchabsichten.
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