Welcher Schweizer Kanton unterstützt Familien am stärksten?
In der Schweiz gibt es keinen Kanton, der für alle Familien am besten ist: Familienzulagen, Schule, Krankenversicherung und Steuern können sich sogar von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden.
Wie beeinflusst die Wahl des Kantons das Familienbudget?
Die Wahl des Kantons kann mehrere voneinander unabhängige Ausgaben- und Einnahmeposten verändern. Die wichtigsten Unterschiede zeigen sich bei den Familienzulagen, den Steuern, den Krankenkassenprämien sowie bei der lokalen Organisation von Schule und Kinderbetreuung.
In der Schweiz wird die finanzielle Situation einer Familie nicht allein durch den Namen des Kantons bestimmt. Bei den Steuern sind die Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern relevant. Bei der Schule weist die Wohngemeinde, also die Gemeinde die öffentliche Schule zu. Bei der Krankenversicherung entspricht der landesweite Durchschnitt zudem nicht der tatsächlich zu zahlenden Prämie in einem bestimmten Kanton, für eine bestimmte Altersgruppe oder bei einem bestimmten Versicherer.
Ein familienfreundlicher Kanton ist daher nicht zwangsläufig ein Kanton, in dem ein einzelner Indikator günstig ist. Eine höhere Familienzulage beziehungsweise Familienzulage oder Kinderzulage gleicht höhere Steuern, höhere Wohnkosten oder höhere Krankenkassenprämien nicht automatisch aus.
Welche Positionen sollten in einer Tabelle verglichen werden?
Budgetbereich | Warum kann es Unterschiede geben? | Was sollte konkret verglichen werden? |
|---|---|---|
Familienzulage | Die Kantone können den Betrag über das bundesrechtliche Minimum hinaus erhöhen. | Die monatlichen Beträge der Kinder- und Ausbildungszulagen sowie allfällige Geburts- oder Adoptionszulagen. |
Steuern | Privatpersonen zahlen Steuern auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. | Die Nettosteuerbelastung bei gleichem Jahreseinkommen, gleichem Familienstand und unter Berücksichtigung des konkreten Wohnorts. |
Krankenversicherung | Die Krankenkassenprämie kann je nach Kanton, Region, Altersgruppe und Versicherer variieren. | Prämien für Erwachsene und Kinder, gewähltes Modell, Franchise sowie die gesamten monatlichen Kosten des Haushalts. |
Öffentliche Schule | Das Bildungswesen liegt in der Verantwortung der 26 Kantone, die Einschreiberegeln sind lokal geregelt. | Voraussetzungen für den Eintritt in den obligatorischen Kindergarten, die dem Wohnort zugewiesene Schule und Möglichkeiten zur sprachlichen Integration. |
Dienstleistungen am Wohnort | Auch die Gemeinden können unterschiedliche Vorgehensweisen haben. | Die zugewiesene Schule, der Ort für Behördengänge und wichtige lokale Angebote für die Familie. |
Bei ungarischen Familien muss vor einem Vergleich innerhalb der Schweiz auch die ungarische Seite geregelt werden. Dazu können die Klärung des ungarischen Krankenversicherungsverhältnisses, der Einkommens- und Vermögenssituation in Ungarn sowie die Vorbereitung der bisherigen Schulunterlagen des Kindes gehören. Dies sind individuelle Angelegenheiten: Der vorliegende Artikel beschränkt sich auf einen grundlegenden Vergleich zwischen den Schweizer Kantonen.
Warum reicht es nicht aus, nur die Kantonsnamen zu vergleichen?
Zwischen einer Gemeinde im Kanton Zürich und einer Gemeinde im Kanton Zug kann es nicht nur kantonale, sondern auch kommunale Unterschiede geben. Dies ist insbesondere bei der Besteuerung relevant, da kantonale und kommunale Steuerfüsse erhebliche regionale Unterschiede verursachen können.
Die richtige Frage lautet daher nicht, ob „Zürich oder Zug für Familien besser ist“, sondern wie die jährliche Familienbilanz in einer bestimmten Gemeinde bei einem bestimmten Haushaltseinkommen, einer bestimmten Anzahl Kinder und einem bestimmten Versicherungsangebot aussieht.
Wie hoch sind die Familienzulagen je nach Kanton im Jahr 2026?
Im Jahr 2026 beträgt der bundesrechtliche Mindestbetrag der Kinderzulage 215 CHF pro Kind und Monat für Kinder im Alter von 0–16 Jahren. Für Jugendliche von 15–25 Jahren in einer nachobligatorischen Ausbildung beträgt der bundesrechtliche Mindestbetrag der Ausbildungszulage 268 CHF pro Monat, wobei die Kantone auch höhere Beträge festlegen können.
Das System der Familienzulagen in der Schweiz wird als Familienzulagen bezeichnet. Die Kinderzulage heißt auf Deutsch Kinderzulage, die Ausbildungszulage hingegen Ausbildungszulage. Das System legt einen bundesrechtlichen Mindestbetrag fest, der tatsächlich geltende kantonale Betrag ist jedoch nicht überall gleich.
Im vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) beschriebenen System kann die Kinderzulage bei dauerhafter Krankheit höchstens bis zum 20. Geburtstag des Kindes ausgerichtet werden. Bei der Ausbildungszulage bezieht sich der im Dossier aufgeführte bundesrechtliche Mindestbetrag auf die Altersgruppe von 15 bis 25 Jahren.
Beispiele für 2026: Zürich, Bern und Vaud
Kanton | Kinderzulage | Ausbildungszulage | Einmalige Geburts- oder Adoptionszulage |
|---|---|---|---|
Zürich | 215 CHF/Monat | 268 CHF/Monat | Keine |
Bern | 250 CHF/Monat | 310 CHF/Monat | In diesem Vergleich liegen keine verifizierten Daten vor |
Vaud | In diesem Vergleich liegen keine verifizierten Daten vor | In diesem Vergleich liegen keine verifizierten Daten vor | Einmalige Geburtszulage von 1 617 CHF ab dem 1. Januar 2026 |
Zürich wendet 2026 den bundesrechtlichen Mindestbetrag für Kinder- und Ausbildungszulagen an: monatlich 215 beziehungsweise 268 CHF. Das bedeutet nicht, dass Zürich bei allen Familienausgaben ungünstig ist, sondern lediglich, dass sich die Familienzulage selbst am Mindestniveau orientiert.
In Bern beträgt die Kinderzulage monatlich 250 CHF, die Ausbildungszulage monatlich 310 CHF. Für ein anspruchsberechtigtes Kind unter 16 Jahren bedeutet dies im Vergleich zu Zürich eine um 35 CHF höhere Kinderzulage pro Monat beziehungsweise 420 CHF pro Jahr.
Im Kanton Vaud ist in den überprüften Daten ab dem 1. Januar 2026 eine einmalige Geburtszulage von 1 617 CHF ausgewiesen. Dabei handelt es sich um eine einmalige Leistung, die daher nicht direkt mit der monatlichen Kinderzulage verglichen werden kann.
Wie beantragt man Familienzulagen?
Familienzulagen werden nicht automatisch ausbezahlt. Bei einem Arbeitsverhältnis muss der Antrag über den Arbeitgeber eingereicht werden; als Selbstständigerwerbende oder Selbstständigerwerbender ist er bei der zuständigen kantonalen Familienausgleichskasse, der Familienausgleichskasse zu beantragen.
Beim Umzug empfiehlt es sich, nach der Unterzeichnung des Arbeitsvertrags, jedoch vor der ersten Lohnzahlung, mit der HR-Abteilung des Arbeitgebers zu klären, welche Familienausgleichskasse zuständig ist und welche Unterlagen verlangt werden. Der Anspruch, die Antragsunterlagen und der Nachweis der familiären Situation können eine individuelle Prüfung erfordern.
Aus ungarischer Sicht ist besonders wichtig, die für die Kinder bezogenen ungarischen und schweizerischen Leistungen nicht auf Grundlage von Annahmen zu behandeln. Bei grenzüberschreitenden Familienleistungssituationen müssen die Zuständigkeit und ein allfälliger Differenzanspruch offiziell geklärt werden.
Welche Unterschiede gibt es beim Schulsystem und bei der Anmeldung?
In der Schweiz liegt die Organisation des Bildungswesens in der Verantwortung der 26 Kantone. Daher gibt es weder einen vollständig einheitlichen nationalen Lehrplan noch überall identische Anmelderegeln. Die öffentliche Schule ist kostenlos, das Kind muss jedoch in der Regel die von der Wohngemeinde zugewiesene Schule besuchen.
Die Schulpflicht, also die Schulpflicht, dauert in der Regel 11 Jahre. Sie umfasst üblicherweise 8 Jahre Primarstufe, einschliesslich 2 Jahren obligatorischem Kindergarten, gefolgt von 3 Jahren Sekundarstufe I. Das Wort „in der Regel“ ist hier entscheidend: Eintrittsalter, Anmeldezeitpunkt und lokale Organisation müssen im gewählten Kanton und in der jeweiligen Gemeinde gesondert überprüft werden.
Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren, die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) ist ein wichtiger Akteur der landesweiten Koordination, die praktische Organisation der Schulbildung bleibt jedoch weiterhin eine kantonale und lokale Angelegenheit.
Was bedeutet die Schulzuteilung nach Wohnort?
Die öffentliche Schule ist grundsätzlich kein System, in dem Eltern frei zwischen allen Schulen innerhalb eines Kantons oder einer Gemeinde wählen können. Dem Kind wird in der Regel durch die Wohnsitz-Gemeinde die Schule zugewiesen.
Dies wirkt sich unmittelbar auf die Wohnungssuche aus. Eine Familie wählt nicht nur eine Wohnung, sondern auch einen Schulkreis. Vor einem Umzug empfiehlt es sich daher, bei der lokalen Gemeindeverwaltung schriftlich Informationen zur Anmeldung, zum Beginn des obligatorischen Kindergartens und zum Umgang mit der bisherigen Schullaufbahn des Kindes einzuholen.
Worauf sollten Familien aus Ungarn achten?
Das ungarische und das schweizerische Schulsystem können sich hinsichtlich des Eintrittsalters, des Schuljahresablaufs und des sprachlichen Umfelds unterscheiden. Die bisherigen ungarischen Zeugnisse, Schulbesuchsbestätigungen und Förderunterlagen des Kindes sollten geordnet mitgebracht und bei Bedarf für eine beglaubigte Übersetzung vorbereitet werden.
Die Unentgeltlichkeit der öffentlichen Schule bedeutet nicht, dass die Aufgaben für alle Familien einheitlich sind. Die sprachliche Integration, die Praxis der Wohnortschule und der bisherige schulische Hintergrund des Kindes können individuelle Abklärungen erforderlich machen.
Bei der Wahl des Kantons sollte gesondert geprüft werden, in welche Sprachregion die Familie zieht: in ein deutsch-, französisch- oder italienischsprachiges Umfeld. Dies ist keine Frage einer Qualitätsrangfolge, sondern eine praktische Voraussetzung für die tägliche Schulsprache des Kindes und die Möglichkeiten der Eltern bei Behördengängen.
Wann und wie muss die obligatorische Krankenversicherung abgeschlossen werden?
Nach dem Umzug in die Schweiz stehen ab der Wohnsitzanmeldung 3 Monate für den Abschluss der obligatorischen Grundversicherung zur Verfügung. Der Versicherungsschutz und die Prämienzahlung gelten rückwirkend ab dem Tag der schweizerischen Registrierung, also der Anmeldung oder Wohnsitzanmeldung.
Der rechtliche Rahmen der obligatorischen Grundversicherung ist das KVG, also das Krankenversicherungsgesetz. Die Grundversicherung wird auf Deutsch obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP), auf Französisch assurance obligatoire des soins (AOS), auf Italienisch unter der Bezeichnung assicurazione obbligatoria delle cure medico-sanitarie im Rahmen der Formalitäten antreffen.
Die Dreimonatsfrist bedeutet nicht, dass während drei Monaten keine Versicherungskosten anfallen. Da der Versicherungsschutz und die Prämienzahlung rückwirkend ab dem Tag der Anmeldung des Wohnsitzes in der Schweiz beginnen, bedeutet eine verspätete Wahl einen finanziellen Aufschub, nicht aber eine prämienfreie Zeit.
Wie viel kostet die obligatorische Versicherung im Jahr 2026?
Im Jahr 2026 stiegen die Krankenkassenprämien im landesweiten Durchschnitt um 4,4 % auf monatlich 393,30 CHF. Dies ist ein landesweiter Durchschnitt und kein Tarif für einen bestimmten Kanton, eine Gemeinde, einen Versicherer oder eine Altersgruppe von Kindern.
Die Krankenkassenprämie kann sich von Familie zu Familie erheblich unterscheiden. Kinder, Erwachsene, Prämienregionen am Wohnort und die gewählten Versicherungsmodelle führen zu unterschiedlichen Prämien. Daher sollte das Budget einer vierköpfigen Familie nicht einfach mit dem Vierfachen von 393,30 CHF berechnet werden.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist eine zentrale Institution des Krankenversicherungssystems. Die konkreten Prämien für 2026 müssen jedoch anhand des gewählten Wohnorts, Versicherers, Versicherungsmodells und der Familienmitglieder verglichen werden.
Warum beeinflusst die Versicherung die Wahl des Kantons?
Ein Teil der höheren Familienzulage kann durch höhere Versicherungsprämien für den Haushalt aufgezehrt werden. Umgekehrt kann die Gesamtbilanz einer Familie in einem Kanton mit niedrigeren Zulagen aufgrund anderer Kostenpositionen dennoch günstiger ausfallen.
Daher empfiehlt es sich, vor dem Umzug mindestens zwei getrennte Berechnungen vorzunehmen: eine zum voraussichtlichen Nettoeinkommen der erwerbstätigen Person und eine zu den monatlichen Kosten der obligatorischen Versicherung für die gesamte Familie. Sinnvoll vergleichen lassen sich beide nur bei gleicher Familiensituation und gleichen Versicherungsbedingungen.
Wie stark kann die Steuerbelastung von Familien in Zug, Zürich und Genf variieren?
Gemäss dem angegebenen Beispiel auf Grundlage eines Jahreseinkommens von 100 000 CHF beträgt der effektive Steuersatz in Zug rund 12 %, in Zürich rund 22 % und in Genf rund 33 %. Dies ist keine allgemeine Steuerberechnung für Familien und kann nicht ohne Anpassungen auf andere Einkommen, Familiensituationen oder Gemeinden übertragen werden.
In der Schweiz zahlen Privatpersonen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene Steuern. Der maximale Satz der direkten Bundessteuer beträgt 11,5 %, die gesamte tatsächliche Belastung hängt jedoch auch von den kantonalen und kommunalen Steuern ab.
Veranschaulichendes Beispiel bei einem Jahreseinkommen von 100 000 CHF
Ort | Effektiver Steuersatz im Beispiel | Grössenordnung, die nur anhand des Satzes berechnet wurde |
|---|---|---|
Zug | etwa 12 % | etwa 12 000 CHF/Jahr |
Zürich | etwa 22 % | etwa 22 000 CHF/Jahr |
Genf | etwa 33 % | etwa 33 000 CHF/Jahr |
Die obige Tabelle zeigt ausschliesslich das im Dossier enthaltene Beispiel mit einem Jahreseinkommen von 100 000 CHF. Sie enthält keine verifizierten Angaben dazu, wie sich Ehe, Anzahl Kinder, Abzüge, Vermögen, Wohnortgemeinde oder weitere Einkünfte auf den konkret zu zahlenden Betrag auswirken.
Die Grössenordnung der Unterschiede zeigt jedoch deutlich, warum ein Kanton nicht allein aufgrund des Bruttolohns gewählt werden sollte. Im Beispiel beträgt die Differenz zwischen Zug und Genf bei den einem Jahreseinkommen von 100 000 CHF zugeordneten effektiven Steuersätzen ungefähr 21 Prozentpunkte.
Was sollte beim Beispiel von Zug und Genf mit Vorbehalt betrachtet werden?
Das Beispiel zu den Steuersätzen in Zug und Genf stammt nicht aus einem institutionellen Steuerrechner einer Steuerbehörde, sondern aus der im Dossier enthaltenen orientierenden Quelle. Insbesondere für Genf ist es nicht angebracht, aus diesem Beispiel allgemeine Rückschlüsse auf die voraussichtliche Steuer einer konkreten Familie zu ziehen.
Das für diesen Artikel bereitgestellte, geprüfte Dossier enthält für Obwalden und Ticino keinen Vergleich von auf Familien zugeschnittenen Steuern, Zulagen oder Prämien für 2026. Daher lassen sich diese beiden Kantone im Vergleich zu den drei obigen Beispielen nicht verantwortungsvoll als „bessere“ oder „schlechtere“ Wahl einstufen.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung, die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), ist eine wichtige Institution des schweizerischen Steuersystems. Zur Ermittlung der tatsächlichen Steuerbelastung einer Familie sollte jedoch die aktuelle offizielle Berechnung des gewählten Kantons und der Wohnortgemeinde verwendet werden.
Wie funktioniert die Quellensteuer bei ausländischen Arbeitnehmenden?
Gemäss der im Dossier enthaltenen Regelung zieht der Arbeitgeber bei ausländischen Arbeitnehmenden ohne Niederlassungsbewilligung C mit einem Jahreseinkommen unter 120 000 CHF die Quellensteuer direkt ab. Die Quellensteuer heisst auf Deutsch Quellensteuer, während die ordentliche Steuerveranlagung Ordentliche Veranlagung.
In der Praxis bedeutet dies, dass die Steuer bereits bei der Auszahlung vom Arbeitslohn abgezogen werden kann. Dies unterscheidet sich von der Situation, in der die steuerpflichtige Person später im Rahmen einer ordentlichen Veranlagung einen Steuerbescheid erhält.
Die in den Unterlagen angegebene jährliche Einkommensgrenze von 120 000 CHF ist Teil einer zusammenfassenden Aussage über ausländische Arbeitnehmende ohne C-Bewilligung. Die konkrete Höhe der Quellensteuer ist nicht schweizweit einheitlich: Die Tarife unterscheiden sich je nach Kanton.
Was bedeutet das für eine aus Ungarn kommende Arbeitnehmerin oder einen aus Ungarn kommenden Arbeitnehmer?
Als ungarische Staatsangehörige oder ungarischer Staatsangehöriger können Sie in der Schweiz als ausländische Arbeitskraft gelten. Daher sollte zu Beginn des Arbeitsverhältnisses mit dem Arbeitgeber geklärt werden, ob in der Lohnabrechnung ein Quellensteuer-Abzug vorgenommen wird. Der auf der Lohnabrechnung ausgewiesene Abzug darf nicht automatisch mit der vollständigen, für alle Lebenssituationen abschliessenden Steuerpflicht gleichgesetzt werden.
Quellensteuer und Familienzulagen sind zwei getrennte Systeme. Die Quellensteuer bezieht sich auf die vom Lohn abgezogene Steuer, während Familienzulagen antragsgebundene Familienleistungen sind. Beide müssen im Familienbudget getrennt behandelt werden.
Wer aus Ungarn in die Schweiz zieht, sollte neben dem schweizerischen Arbeitsverhältnis auch die steuerlichen Verbindungen zu Ungarn individuell prüfen. Besonders ratsam ist es, fachliche oder behördliche Auskünfte einzuholen, wenn die Familie auch Einkünfte aus einem Arbeitsverhältnis, einer Immobilie, einem Unternehmen oder anderen Quellen in Ungarn erzielt.
In welcher Reihenfolge sollten Familien einen Kanton auswählen?
Das Familienbudget wird nicht durch einen einzelnen Wert, sondern durch miteinander zusammenhängende Faktoren bestimmt. Die folgende Reihenfolge verringert das Risiko, dass eine Familie aufgrund eines scheinbar vorteilhaften Steuersatzes oder Zulagenbetrags zu schnell entscheidet.
Klären Sie zuerst die Arbeitsmöglichkeit und den Arbeitsort. Das tägliche Pendeln, der Arbeitsvertrag und die administrativen Abläufe beim Arbeitgeber können bestimmen, welche Regionen realistisch infrage kommen.
Wählen Sie zweitens mögliche Wohnorte aus, nicht nur Kantone. Die Schulzuteilung und die kommunale Steuerbelastung können ebenfalls vom Wohnort abhängen.
Vergleichen Sie drittens die Familienzulagen, die für die jeweilige Familie gelten. Je nach Alter der Kinder müssen Kinderzulagen und Ausbildungszulagen getrennt betrachtet werden.
Holen Sie viertens konkrete Angebote für die Krankenversicherung ein. Der landesweite Durchschnitt für 2026 ist nur ein Ausgangspunkt; die Prämie Ihrer Familie kann davon abweichen.
Fünftens: Erstellen Sie eine lokale Steuerberechnung. Das Beispiel mit CHF 100 000 für Zug–Zürich–Genève dient der Veranschaulichung, ersetzt jedoch keine konkrete Berechnung für die jeweilige Gemeinde.
Sechstens: Prüfen Sie den Anmeldeprozess der Schule. Der Beginn des obligatorischen Kindergartens, der Schulkreis und die Anmeldeunterlagen können sich je nach Ort unterscheiden.
Quellen
Verwandte Artikel
Wie wirken sich die schweizerisch-ungarischen Steuer- und Sozialversicherungsregelungen 2026 aus?
Lebenshaltungskosten in der Schweiz: Was erwartet Sie tatsächlich?
Wie funktioniert die obligatorische Krankenversicherung in der Schweiz?
Wie kann die Krankenversicherung in der Schweiz innerhalb von 3 Monaten abgeschlossen werden?
Kurz gesagt
Für Familien gibt es nicht in jedem Fall einen einzigen, eindeutig günstigsten Schweizer Kanton. Die Entscheidung sollte anhand einer Gesamtbetrachtung der konkreten Gemeinde, des Einkommens, des Alters der Kinder, der Steuerbelastung, der Familienzulagen, der Krankenversicherungsprämien und des Schulsystems getroffen werden.
Wichtige Punkte
- Legen Sie zuerst den Arbeitsort fest und vergleichen Sie anschliessend konkrete Gemeinden statt nur Kantone.
- Berechnen Sie die Nettosteuerbelastung für die betreffende Familie auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene.
- Vergleichen Sie die monatlichen Kinder- und Ausbildungszulagen sowie allfällige einmalige Leistungen.
- Holen Sie konkrete Krankenversicherungsangebote für Erwachsene und Kinder mit identischem Modell und Selbstbehalt ein.
- Klären Sie bei der Wohngemeinde die Schulzuteilung, den Beginn des obligatorischen Kindergartens und die Anmelderegeln ab.
- Regeln Sie vor dem Umzug die Angelegenheiten im Zusammenhang mit den ungarischen Krankenversicherungs-, Einkommens-, Vermögens- und Schulunterlagen.
Häufige Fragen
Welcher Schweizer Kanton ist für Familien am günstigsten?
Es gibt keinen Kanton, der für alle Familien gleichermassen am günstigsten ist. Das tatsächliche Ergebnis wird durch die Steuerbelastung der konkreten Gemeinde, die Familienzulagen, die Krankenversicherungsprämien, die wohnortgebundene Schule und die Einkommenssituation der Familie gemeinsam bestimmt.
Wie hoch sind die Familienzulagen in der Schweiz im Jahr 2026?
Der Bundesmindestbetrag für Kinderzulagen beträgt 215 CHF pro Kind und Monat, für Ausbildungszulagen 268 CHF pro Monat. Die Kantone können höhere Beträge festlegen: In Bern werden beispielsweise 250 beziehungsweise 310 CHF ausgerichtet, während Zürich gemäss den im Artikel genannten Angaben die Bundesmindestbeträge anwendet.
Warum reicht es nicht aus, die Steuersätze der Kantone zu vergleichen?
In der Schweiz werden Steuern auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene erhoben. Daher kann es auch innerhalb desselben Kantons erhebliche Unterschiede zwischen den Gemeinden geben. Zur Ermittlung der konkreten Steuerbelastung ist eine Berechnung mit identischem Einkommen, Familienstand und ausgewählter Gemeinde erforderlich.
Wie viel kostet die obligatorische Krankenversicherung im Jahr 2026?
Die landesweite Durchschnittsprämie beträgt 2026 monatlich 393,30 CHF, dies ist jedoch nicht die tatsächliche Prämie einer vierköpfigen Familie. Die Kosten hängen von der Prämienregion am Wohnort, dem Versicherer, dem Alter, dem gewählten Modell und dem Selbstbehalt ab. Deshalb sollten für jede Familie separate Angebote verglichen werden.
Welche Schule besucht ein Kind in der Schweiz?
Die Zuteilung zu einer öffentlichen Schule erfolgt in der Regel durch die Wohngemeinde, also die Gemeinde. Der Beginn des obligatorischen Kindergartens, der Anmeldezeitpunkt und die lokalen Regelungen können je nach Kanton und Gemeinde unterschiedlich sein. Vor einem Umzug empfiehlt es sich daher, eine schriftliche Auskunft einzuholen.
Wann muss die obligatorische Krankenversicherung in der Schweiz abgeschlossen werden?
Nach dem Umzug in die Schweiz stehen ab der Wohnsitzanmeldung drei Monate für den Abschluss der obligatorischen Grundversicherung zur Verfügung. Der Versicherungsschutz und die Prämienzahlung gelten jedoch rückwirkend ab dem Tag der Schweizer Registrierung. Die Frist bedeutet somit keinen prämienfreien Zeitraum.
Wie kann die Schweizer Familienzulage beantragt werden?
Familienzulagen werden nicht automatisch ausgerichtet. Bei einem Arbeitsverhältnis ist der Antrag über den Arbeitgeber einzureichen, bei Selbstständigkeit bei der zuständigen kantonalen Familienausgleichskasse. Die erforderlichen Unterlagen und grenzüberschreitenden ungarisch-schweizerischen Ansprüche müssen offiziell geklärt werden.
Dieser Ratgeber ist nach Registrierung verfügbar
Während der Startphase ist die gesamte Wissensdatenbank mit kostenloser Registrierung zugänglich.
0 CHF während der Startphase
- Alle Ratgeber und Checklisten
- Herunterladbare PDF-Vorlagen
- Musterdokumente
- Frühzeitiger Zugang zu neuen Inhalten
Vorschau - der Ratgeber geht nach Anmeldung weiter
Verwandte Ratgeber
- In welchem Schweizer Kanton lässt es sich als Familie am besten niederlassen?