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Wie viel kostet die Gründung eines Unternehmens in der Schweiz? Kostenplan für ungarische Unternehmer

GmbH, AG oder Einzelunternehmen? Konkrete Zahlen, rechtliche Anforderungen und vollständiger Kostenplan für ungarische Unternehmer, die ein Unternehmen in der Schweiz gründen möchten.

Herausgeber: svajc.com Wissensdatenbank11 Min. LesezeitZuletzt geprüft: 19.6.2026
Redaktionell geprüft

Kurz gesagt

Die Gründung einer GmbH in der Schweiz kostet 2600–7600 CHF einmalig und erfordert ein Grundkapital von 20 000 CHF, das nach der Gründung dem Unternehmen zur Verfügung steht. Die Gesamtkosten im ersten Jahr (Gründung, Registrierung, Buchhaltung, Versicherungen) liegen bei etwa 15 000–25 000 CHF, hinzu kommen Büromiete und Personalkosten, die mit Sozialversicherungsbeiträgen 120–130% des Bruttogehalts ausmachen.

Wichtige Punkte

  • Wählen Sie die Unternehmensform (Einzelunternehmen, GmbH oder AG) basierend auf Ihrem Geschäftsplan und Kapitalanforderungen: Die GmbH ist die häufigste Form bei kleinen und mittleren Unternehmen.
  • Überprüfen Sie den Firmennamen im Zefix-Bundesregister (zefix.ch) und wählen Sie einen Kanton basierend auf dem Steuersatz (11–21%) und den Büromietkosten.
  • Rechnen Sie mit versteckten Kosten im ersten Jahr: Buchhaltung (3000–10 000 CHF), lokaler Geschäftsführer (falls Sie nicht in der Schweiz leben: 1500–5000 CHF/Jahr), SUVA-Versicherung und Mehrwertsteuerregistrierung.
  • Sichern Sie die Kontoeröffnung zu Beginn des Gründungsprozesses, da Schweizer Banken 4–12 Wochen für die Überprüfung benötigen; erwägen Sie Fintech-Alternativen (Neon, Wise Business).
  • Registrieren Sie sich bei der AHV/AVS (Altersversicherung), SUVA (Unfallversicherung) und als Mehrwertsteuerpflichtiger, wenn der Jahresumsatz 100 000 CHF übersteigt.
  • Als ungarischer Staatsbürger können Sie gemäß dem FZA-Abkommen in der Schweiz tätig sein, benötigen aber eine Aufenthaltserlaubnis (B-Bewilligung), wenn Sie in der Schweiz leben; konsultieren Sie einen Steuerberater wegen Doppelbesteuerung und Änderungen der Sozialversicherungssituation.

Welche Unternehmensformen können Sie in der Schweiz wählen?

In der Schweiz sind drei Hauptformen für Ungarn relevant, die allein oder mit kleinen Teams auf den Markt gehen.

Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist die einfachste und kostengünstigste Form. Wenn der Jahresumsatz 100 000 CHF übersteigt, ist die Eintragung ins Handelsregister obligatorisch; darunter ist sie optional, aber empfohlen.

Wichtigste Merkmale:

  • Keine Mindestkapitalanforderung.

  • Der Unternehmer haftet unbegrenzt mit seinem Privatvermögen.

  • Eintragungsgebühr: 0–300 CHF (je nach kantonales Register).

  • Nicht geeignet für Kapitaleinzug oder Investorenbeteiligung.

Diese Form kommt in Frage, wenn Sie allein, mit niedrigem Risiko und kleinem Umsatz starten. Aus ungarischer Perspektive wichtig: Der Einzelunternehmer zahlt die Schweizer AHV/AVS-Beiträge (Altersversicherung) selbst, was etwa 10% des Nettoeinkommens ausmacht (Stand 2025).

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die GmbH ist die häufigste Form bei Klein- und Mittelbetrieben. Das Mindestkapital beträgt 20 000 CHF und muss bei der Gründung vollständig eingezahlt werden.

Einmalige Gründungskosten (Orientierungszusammenfassung):

Position

Typischer Betrag (CHF)

Notariatsgebühren

500–1 500

Handelsregistereintrag

600–800

Anwalts- / Beratungshonorar (optional, aber empfohlen)

1 000–4 000

Bankkontoöffnung und Kapitaleinzahlungsnachweis

200–500

Übersetzung, Beglaubigung (falls ausländische Dokumente erforderlich)

300–800

Gesamt (ohne Grundkapital)

2 600–7 600

Das Grundkapital (20 000 CHF) geht nicht verloren — nach der Gründung steht es dem Unternehmen für Betriebszwecke zur Verfügung.

Aktiengesellschaft (AG)

Die AG erfordert höheres Kapital und komplexere Strukturen. Das Mindestkapital beträgt 100 000 CHF, von dem mindestens 50 000 CHF bei der Gründung eingezahlt werden müssen.

Wann sollte man eine AG wählen?

  • Wenn Sie Investoren einbeziehen möchten.

  • Wenn ein Börsengang das langfristige Ziel ist.

  • Wenn Sie hinter dem Unternehmensnamen starke institutionelle Glaubwürdigkeit aufbauen möchten.

Die Gründungskosten einer AG (ohne Grundkapital) betragen typischerweise 4 000–12 000 CHF, abhängig von Anwaltshonorar und kantonalen Gebühren.


Wie läuft der Registrierungsprozess ab und welche Dokumente sind erforderlich?

Gründungsschritte bei einer GmbH

  1. Unternehmensname überprüfen im Bundeshandelsregister (Zefix, zefix.ch). Der Name muss eindeutig sein und darf nicht mit anderen eingetragenen Unternehmen verwechselt werden.

  2. Statuten erstellen. Sie enthalten den Unternehmensname, den Sitz, den Tätigkeitsbereich, das Grundkapital und die Daten der Geschäftsführer.

  3. Gründungsakt vor einem Notar. In der Schweiz erfordert die Gründung einer GmbH eine notarielle Urkunde. Der Notar ist ein kantonaler Beamter — die Gebühren unterscheiden sich je nach Kanton.

  4. Bankkontoöffnung und Kapitaleinzahlung. Die Bank stellt eine Einzahlungsbestätigung aus, die dem Gründungsdokument beigefügt wird.

  5. Anmeldung beim Handelsregister (Handelsregisteramt) des Kantons einreichen. Das Verfahren dauert typischerweise 5–15 Arbeitstage.

  6. UID-Nummer beantragen (Unternehmens-Identifikationsnummer — die Schweizer Steuernummer für Unternehmen). Diese wird automatisch bei der Registrierung vergeben.

  7. AHV-Registrierung bei der zuständigen Ausgleichskasse, falls Sie Arbeitnehmer beschäftigen.

Besondere Aufmerksamkeit als ungarischer Staatsbürger

Als ungarischer Staatsbürger gelten Sie gemäß dem Abkommen über die Freizügigkeit von Personen (FZA / Freizügigkeitsabkommen, 1999) als EU-Bürger. Das bedeutet, dass Sie ein Unternehmen in der Schweiz gründen können, ohne eine separate Arbeitserlaubnis zu benötigen — aber Sie müssen eine Aufenthaltserlaubnis (B-Bewilligung / Ausländerausweis B) haben, wenn Sie in der Schweiz leben. Falls sich der Firmensitz nur in der Schweiz befindet, Sie aber in Ungarn leben, ist die Situation komplexer: In diesem Fall kann ein lokaler Geschäftsführer (domiciliary director) erforderlich sein, was jährliche Zusatzkosten von 1 500–5 000 CHF bedeutet.


Wie hoch ist die Steuerlast? Unternehmenssteuer, Mehrwertsteuer und Sozialversicherungsbeiträge

Unternehmensgewinnsteuer (Gewinnsteuer)

In der Schweiz besteht die Unternehmenssteuer aus drei Ebenen: Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern. Der tatsächliche effektive Steuersatz variiert je nach Kanton und Gewinngröße zwischen 11–21% (basierend auf Daten von 2025).

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