Welche Wege der Sekundarstufe II stehen mir in der Schweiz offen?
Die Schweizer Sekundarstufe II gliedert sich in drei Hauptwege: Gymnasium, Berufsbildung und mittlere Fachschulen. Wir fassen die Anforderungen, Kosten und die für ungarische Schülerinnen und Schüler relevanten Punkte zusammen.
Wie ist das schweizerische Sekundarschulsystem aufgebaut?
Die Schweizer Volksschule liegt in der Zuständigkeit der Kantone, deshalb unterscheiden sich die Details des Schulsystems von Kanton zu Kanton. Die Grundstruktur ist jedoch einheitlich: Nach dem Abschluss der Primarschule / école primaire wechseln die Schülerinnen und Schüler in der Regel im Alter von 12 bis 13 Jahren in die Sekundarstufe I. Am Ende dieser Stufe — mit 14 bis 15 Jahren — entscheidet sich der Weg in die Sekundarstufe II.
Laut den Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) aus dem Jahr 2024 wählen rund 20–22% der Schweizer Schülerinnen und Schüler den gymnasialen Weg, während 60–65% in eine Form der beruflichen Grundbildung eintreten. Der verbleibende Anteil setzt die Ausbildung an anderen Mittelschulen fort.
Dieser Anteil unterscheidet sich grundlegend von den ungarischen Traditionen, wo der Erwerb des Abiturs die Norm ist. In der Schweiz geniesst die Berufsbildung hohes Ansehen, und die von dort ausgehenden Karrierewege — einschliesslich des Hochschulwegs — sind vollwertig.
Was ist das Gymnasium, und wie kommt man hinein?
Was bedeutet die Schweizer Matura?
Der Abschluss des Gymnasiums (Gymnasium, Gymnase, Liceo) führt zum Schweizer Maturitätszeugnis, das dem Abitur entspricht und zum direkten Zugang zu Schweizer Universitäten (Universität) sowie zu den technischen Hochschulen (ETH, EPFL) berechtigt. Die Ausbildung dauert in der Regel 4 Jahre (in einigen Kantonen 3 Jahre, wenn das Vorbereitungsjahr nicht mitgezählt wird).
Die Matura umfasst sechs obligatorische Fachbereiche:
Muttersprache und zweite Landessprache
Dritte Sprache (in der Regel Englisch)
Mathematik
Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie)
Geistes- und Sozialwissenschaften
Sport und Kunst
Zusätzlich wählt jede Schülerin und jeder Schüler ein Schwerpunktfach, zum Beispiel Altsprachen, Wirtschaft, Bildende Kunst oder Naturwissenschaften, das den Charakter der Matura prägt.
Was sind die Zulassungsvoraussetzungen?
Die Aufnahmebedingungen unterscheiden sich je nach Kanton, allgemein gilt jedoch:
Faktor | Typische Erwartung |
|---|---|
Schulnotendurchschnitt | In der Regel 5,0–5,5 (auf einer 6er-Skala) am Ende der Sekundarstufe I |
Aufnahmeprüfung | In den meisten Kantonen schriftlich (Mathematik + Unterrichtssprache vor Ort) |
Sprachniveau | |
Alter | In der Regel 14–16 Jahre beim Eintritt |
Im Kanton Zürich besteht die Aufnahmeprüfung beispielsweise aus Mathematik und Deutsch; das Ergebnis zählt zu 50 %, die Schulnoten ebenfalls zu 50 %. In Bern ist das System ähnlich, die Gewichtung kann jedoch abweichen.
Wie kann man als ungarisches Kind ins Gymnasium kommen?
Für einen ungarischen Schüler hängt die Aufnahme ins Gymnasium in den meisten Fällen vom Niveau der lokalen Unterrichtssprache ab. Für ausländische Schülerinnen und Schüler, die ins Schweizer Schulsystem kommen, bieten einige Kantone Integrationsklassen (Aufnahmeklasse / classe d'accueil) an, in denen die grundlegende schulische Sprachverwendung innerhalb von 6 bis 12 Monaten erlernt werden kann. Diese Zeit kann jedoch für die Aufnahme ins Gymnasium als verlorene Zeit gelten, wenn das Kind gerade im kritischen 8.- oder 9.-Schuljahr ankommt.
Bewährter Ansatz: Wenn der Umzug planbar ist, sollte das Kind spätestens im Alter von 11 bis 12 Jahren in eine Schweizer Schule eingeschult werden, damit vor der Aufnahmeprüfung genügend Zeit bleibt, die Sprache zu lernen.
Was ist die Berufslehre, und warum sollte man sie nicht unterschätzen?
Wie funktioniert das duale System?
Die Schweizer Berufslehre (Berufslehre / apprentissage / apprendistato) ist eines der angesehensten dualen Systeme der Welt: Die Lernenden verbringen pro Woche 3 bis 4 Tage am Arbeitsplatz (in einem Unternehmen, im Spital, im Büro usw.) und 1 bis 2 Tage in der Berufsfachschule. Die Ausbildung dauert je nach Beruf 2 bis 4 Jahre.
Laut dem Register des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) gibt es derzeit mehr als 230 anerkannte Berufe im Schweizer Berufsbildungssystem. Zu den beliebtesten Bereichen gehören:
Handel und Verwaltung (Kaufmann/Kauffrau)
Gesundheitswesen und soziale Betreuung
Informatik und digitale Technologien
Baugewerbe und technische Berufe
Gastgewerbe und Tourismus
Welches Lehrlingsgehalt erhält eine Person in der Berufslehre?
Während der betrieblichen Ausbildung erhält die lernende Person einen Lehrlingslohn (Lehrlingslohn). Dieser hängt vom Beruf, vom Kanton und vom Ausbildungsjahr ab, zur Orientierung gilt jedoch:
Ausbildungsjahr | Typisches monatliches Bruttogehalt (CHF) |
|---|---|
1. Jahr | 400–800 CHF |
2. Jahr | 600–1 000 CHF |
3. Jahr | 800–1 300 CHF |
4. Jahr (falls vorhanden) | 900–1 500 CHF |
Das ist kein volles Gehalt, deckt aber teilweise die mit der Ausbildung verbundenen Kosten.
Führt die Berufslehre zu einer Hochschulausbildung?
Ja — das ist eines der häufigsten Missverständnisse. Nach Abschluss einer Berufslehre kann der Lernende Berufsmatura ein Zeugnis erwerben, das zum Besuch einer Fachhochschule berechtigt. Für den Zugang zur ETH oder zu einer klassischen Universität ist jedoch eine Zusatzprüfung (Passerelle) erforderlich.
Was sind Mittelschulen und alternative Bildungswege?
Neben Gymnasium und Berufslehre gibt es weitere Mittelschulen, die auf bestimmte Bereiche vorbereiten:
Fachmittelschule (FMS) — Mittelschule mit Schwerpunkt
Die FMS (Fachmittelschule / école de culture générale) ist eine dreijährige allgemeinbildende Schule, die keine klassische Maturität verleiht, nach deren Abschluss jedoch in bestimmten Bereichen Fachmaturität erworben werden kann (z. B. im Gesundheitswesen, in der Sozialarbeit, in der Pädagogik oder in der Kommunikation). Dieses Zeugnis berechtigt zum Besuch der entsprechenden Fachhochschule.
Die FMS kann eine gute Wahl für Lernende sein, die keinen Berufslehre-Weg einschlagen möchten, aber auch die Aufnahmebedingungen fürs Gymnasium nicht erfüllen oder sich auf ein bestimmtes Berufsfeld konzentrieren wollen.
Handelsmittelschule (HMS) — Handelsmittelschule
Die HMS (Handelsmittelschule) ist eine auf kaufmännische und betriebswirtschaftliche Inhalte spezialisierte Schule, deren Abschluss gleichzeitig zur Berufsmatura und zur Anerkennung eines kaufmännischen Berufs (in der Regel Kaufmann/Kauffrau) führt. Die Ausbildungsdauer beträgt 3–4 Jahre.
Berufsmaturitätsschule (BMS) — Schule für die Berufsmaturität
Die BMS kann parallel zur Berufslehre oder nach deren Abschluss besucht werden. Ziel ist der Erwerb der Berufsmatura, die zum Besuch einer Fachhochschule berechtigt.
Wie viel kostet die Mittelschule in der Schweiz?
Öffentliche Schulen
Die öffentlichen Mittelschulen in der Schweiz sind für Schülerinnen und Schüler mit Wohnsitz in der Schweiz kostenlos — das gilt sowohl für das Gymnasium als auch für die Berufsfachschule und die FMS. Allerdings sollten Lernende mit weiteren Ausgaben rechnen:
Ausgabenart | Typischer Betrag |
|---|---|
Lehrbücher und Schulmaterial | 200–600 CHF/Jahr (je nach Kanton) |
ÖV-Abonnement | 200–700 CHF/Jahr (abhängig von Alter und Kanton) |
Schulausflüge, Lager | 100–400 CHF/Jahr |
Laptop / digitale Geräte | Einmalig 500–1 500 CHF (in einigen Kantonen werden Geräte von der Schule gestellt) |
In einigen Kantonen werden Lehrbücher von der Schule ausgeliehen, anderswo müssen sie von den Eltern gekauft werden. In Zürich beispielsweise stellt die Schule einen Teil der Mittelschulbücher zur Verfügung, aber nicht für alle Fächer.
Privatschulen
In der Schweiz gibt es zahlreiche private Gymnasien und private Mittelschulen, deren Schulgeld zwischen 10 000–40 000 CHF/Jahr liegen kann. Ein Teil davon unterrichtet auf Englisch (z. B. mit International Baccalaureate) und richtet sich gezielt an ausländische Schülerinnen und Schüler. Für ungarische Schülerinnen und Schüler ist diese Option in der Regel dann relevant, wenn die Integration ins lokale öffentliche System schwierig ist oder wenn die Eltern einen kurzfristigen Aufenthalt in der Schweiz planen.
Welche Aufnahme- und Sprachanforderungen gelten für ungarische Schülerinnen und Schüler?
Aufenthaltsbewilligung und Schuleinschreibung
In der Schweiz hat jedes legal anwesende Kind das Recht und die Pflicht, die Schule zu besuchen – unabhängig davon, welche Art von Aufenthaltsbewilligung die Eltern haben (B-Bewilligung / Ausländerausweis B, L-Bewilligung / Kurzaufenthaltsbewilligung, C-Bewilligung / Niederlassungsbewilligung). Die Einschreibung erfolgt bei der kantonalen Schulbehörde am Wohnort (Schulamt / service scolaire).
Sprachliche Anforderungen
Die Unterrichtssprache an den öffentlichen Sekundarschulen in der Schweiz richtet sich nach der Amtssprache des Kantons:
Deutschsprachige Kantone (Zürich, Bern, Aargau, St. Gallen usw.): Standarddeutsch (Hochdeutsch), im Alltag wird jedoch Schweizerdeutsch gesprochen
Französischsprachige Kantone (Genf, Vaud, Neuchâtel usw.): Französisch
Italienischsprachiger Kanton (Ticino): Italienisch
Für einen ungarischen Schüler sind in der Regel Deutschkenntnisse auf B1–B2-Niveau in der jeweiligen Unterrichtssprache die Mindestvoraussetzung für den Einstieg in die öffentliche Sekundarschule. Für die Aufnahme ins Gymnasium reicht dieses Niveau nicht aus: Dort wird schulsprachliche Kompetenz auf muttersprachlichem Niveau erwartet.
Integrationsklassen und Vorbereitungsprogramme
Für neu zugezogene ausländische Schülerinnen und Schüler bieten die meisten Kantone Integrationsklassen (Aufnahmeklasse, Intensivkurs Deutsch/Français) an. Ziel ist es, die Unterrichtssprache und die Schulkultur rasch zu erlernen. Die Integrationsphase dauert 6–12 Monate; danach wechselt das Kind in die Regelklasse.
Wichtig: Die Zeit in der Integrationsklasse zählt für die Aufnahme nicht als Schweizer Schuljahre, deshalb ist bei Kindern, die mit 13–14 Jahren ankommen, ein schneller Fortschritt besonders entscheidend.
Was sind die häufigsten Fehler und Irrtümer bei der Wahl der Sekundarschule?
1. „Das Gymnasium ist der einzige wertvolle Weg." Diese Sichtweise trifft in der Schweiz nicht zu. Auch nach einer Berufslehre ist der Zugang zur höheren Bildung möglich, die Lehrlingslöhne helfen beim Lebensunterhalt, und auf dem Schweizer Arbeitsmarkt sind qualifizierte Fachkräfte gefragt und geschätzt.
2. „Wer es nicht ins Gymnasium schafft, kann später nicht studieren." Das stimmt nicht. Die Kombination aus Berufsmatura und Passerelle-Prüfung öffnet auch den Weg zu den klassischen Universitäten, wenn auch mit zusätzlichem Aufwand.
3. „Eine Privatschule garantiert die Aufnahme an einer staatlichen Universität." Die Schweizer staatlichen Universitäten akzeptieren das Matura-Zeugnis, nicht den Ruf der Schule. Das International Baccalaureate (IB) wird ebenfalls anerkannt, die Zulassungsvoraussetzungen hängen jedoch von der jeweiligen Universität und dem Kanton ab.
4. „Das Kind lernt Deutsch schon in der Schule." Die Schule hilft, aber das für die Aufnahme in die Sekundarschule nötige Sprachniveau lässt sich nicht in wenigen Monaten erreichen, wenn das Kind bei null anfängt. Die Eltern sind dafür verantwortlich, vor dem Umzug oder direkt danach einen intensiven Sprachkurs zu organisieren.
5. „Alle Kantone sind gleich." In der Schweiz liegt das Bildungswesen in der Zuständigkeit der Kantone. Das Aufnahmesystem, die Lehrmittelpolitik, die Integrationsprogramme und die Struktur der Sekundarschule unterscheiden sich von Kanton zu Kanton. Was in Zürich gilt, muss in Genf oder im Ticino nicht ebenso gelten.
Wie kann man sich informieren und gut entscheiden?
Offizielle Informationsquellen
Der erste Schritt ist immer die Kontaktaufnahme mit der kantonalen Schulbehörde am Wohnort. Jeder Kanton verfügt über ein eigenes Bildungsportal, auf dem aktuelle Anmeldefristen, Anforderungen und Integrationsprogramme zu finden sind.
Auf Bundesebene bieten die folgenden Seiten einen verlässlichen Überblick:
ch.ch — das Schweizer Bundesinformationsportal, auf dem die Grundlagen des Bildungssystems auch auf Ungarisch verfügbar sind
SBFI (sbfi.admin.ch) — die Bundesbehörde für die Regelung der Berufsbildung und der Hochschulbildung
swissuniversities.ch — der Verband der Schweizer Hochschulen, wo Sie auch Informationen zur Anerkennung von Matura und Berufsmatura finden
Schullaufbahnberatung
In der Schweiz gibt es in jedem Kanton eine Schullaufbahnberatung (Schullaufbahnberatung / orientation scolaire), die Eltern und Lernende kostenlos bei der Wahl des Bildungs- und Berufswegs unterstützt. Das ist kein privater Dienst — sie ist Teil des öffentlichen Systems. Als ungarische Eltern lohnt es sich, diese Stelle mit Hilfe eines Dolmetschers oder einer zweisprachigen Bekannten aufzusuchen.
Laufbahnzentrum und Berufsberatung
Die Berufsberatung ist ebenfalls eine kostenlose staatliche Dienstleistung, die jenen hilft, die eine Berufslehre in Betracht ziehen, die passende Fachrichtung und den richtigen Arbeitgeber zu finden.
Quellen
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI): sbfi.admin.ch
Bundesamt für Statistik (BFS / OFS): Bundesamt für Statistik — bfs.admin.ch
Lehrstellennachweis (LENA) — die bundesweite Lehrstellen-Datenbank: berufsberatung.ch
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In welchem Kanton lohnt es sich, in der Schweiz neu anzufangen?
Kurz gesagt
In der Schweiz gibt es nach der Sekundarstufe II zwei Hauptwege: Das Gymnasium führt zur Matura und zum direkten Hochschulzugang, während die Berufsbildung (Berufslehre) im dualen System mit Praxis im Betrieb und schulischer Ausbildung aufgebaut ist. Die meisten Jugendlichen entscheiden sich für eine Berufsbildung; auch dieser Weg hält den Zugang zur Hochschulbildung offen, allerdings unter anderen Bedingungen, etwa mit Berufsmaturität und bei Bedarf mit der Passerelle-Prüfung.
Wichtige Punkte
- Bei der Wahl des Bildungswegs auf der Sekundarstufe II sollten zuerst die kantonalen Regeln geprüft werden, da Aufnahmeverfahren und Schulsysteme je nach Kanton unterschiedlich sind.
- Wer das Gymnasium anstrebt, braucht ein sehr hohes Niveau in der lokalen Unterrichtssprache, da für die Aufnahme in der Regel schulsprachliche Kenntnisse auf muttersprachlichem Niveau verlangt werden.
- Die Berufsbildung funktioniert im dualen System und verbindet Praxis im Betrieb mit schulischem Lernen; der Lehrlingslohn kann einen Teil der Kosten decken.
- Die Berufslehre schließt ein Hochschulstudium nicht aus: Mit Berufsmaturität ist eine Fachhochschule möglich, und mit der Passerelle-Prüfung auch die ETH oder eine klassische Universität.
- Bei neu zugezogenen ausländischen Schülerinnen und Schülern kann eine Integrationsklasse beim sprachlichen Aufholen helfen, dieser Zeitraum kann jedoch im Hinblick auf die Aufnahme ins Gymnasium auch ein Nachteil sein.
- In eine staatliche Sekundarschule können Kinder mit legalem Aufenthalt in der Schweiz eingeschrieben werden; die Gebührenfreiheit bedeutet jedoch nicht, dass keine Kosten für Lehrmittel, Verkehr oder anderes anfallen.
Häufige Fragen
Welche Hauptwege der Sekundarstufe II gibt es in der Schweiz?
Die zwei wichtigsten Wege sind das Gymnasium und die Berufsbildung (Berufslehre). Daneben gibt es mittlere Fachschulen, etwa die Fachmittelschule, die Handelsmittelschule und die Berufsmaturitätsschule. Die Wahl hängt von den Zielen der Schülerin oder des Schülers, dem Sprachniveau und den kantonalen Regeln ab.
Was bringt das Schweizer Gymnasium und die Matura?
Der Abschluss des Gymnasiums führt zur Schweizer Matura, die dem Abitur entspricht. Sie ermöglicht den direkten Zugang zu Schweizer Universitäten und technischen Hochschulen, etwa zur ETH und zur EPFL. Die Ausbildung dauert in der Regel vier Jahre.
Unter welchen Bedingungen kann man ins Gymnasium aufgenommen werden?
Die Aufnahme ist je nach Kanton unterschiedlich, in der Regel braucht es aber einen guten Notendurchschnitt, eine Aufnahmeprüfung und sehr gute Kenntnisse der lokalen Sprache. Laut Artikel liegt der typische Notendurchschnitt bei 5,0–5,5 auf der 6er-Skala, und erwartet wird ein schulsprachliches Niveau auf muttersprachlichem Niveau. In Zürich besteht die Prüfung zum Beispiel aus Mathematik und Deutsch.
Was bedeutet die Schweizer Berufsbildung und warum ist sie wichtig?
Die Berufsbildung funktioniert im dualen System: Die Lernenden verbringen mehrere Tage pro Woche im Betrieb und den Rest in der Berufsschule. In der Schweiz ist dieser Weg sehr angesehen und umfasst mehr als 230 anerkannte Berufe. Nach der Ausbildung kann die Berufsmaturität erworben werden, die den Weg in die Hochschulbildung öffnet.
Kann man nach der Berufsbildung an die Universität gehen?
Ja, aber nicht automatisch auf demselben Weg wie nach dem Gymnasium. Die Berufsmaturität berechtigt zum Zugang zu einer Fachhochschule, während für die ETH oder eine klassische Universität die Passerelle-Prüfung erforderlich ist. Die Berufsbildung schließt die Möglichkeit eines Studiums also nicht aus.
Welche Sprachkenntnisse braucht ein ungarisches Kind in der Schweiz?
Für eine staatliche Sekundarschule werden in der Regel Sprachkenntnisse auf mindestens B1–B2-Niveau in der lokalen Unterrichtssprache verlangt. Für die Aufnahme ins Gymnasium reicht das nicht aus; dort braucht es deutlich höhere, praktisch schulsprachliche Kenntnisse auf muttersprachlichem Niveau. In einem deutsch-, französisch- oder italienischsprachigen Kanton ist die entsprechende Sprache eine Grundvoraussetzung.
Wie viel kostet die staatliche und private Sekundarschule in der Schweiz?
Staatliche Sekundarschulen sind für Schülerinnen und Schüler mit Wohnsitz in der Schweiz gebührenfrei, es fallen aber Zusatzkosten an, etwa für Lehrmittel, Abonnemente, Ausflüge oder digitale Geräte. Die Schulgebühren privater Schulen können dagegen zwischen 10 000 und 40 000 CHF pro Jahr liegen.
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