In die Schweiz zu ziehen ist ein aufregendes Abenteuer – doch das Gesundheitssystem kann auf den ersten Blick erschreckend kompliziert wirken. Keine Sorge: Wenn du die Grundlagen verstehst, findest du dich schnell zurecht und kannst dafür sorgen, dass du und deine Familie stets die richtige Versorgung erhalten. Dieser Leitfaden richtet sich speziell an Ungarn, die gerade das Schweizer System kennenlernen.
Wichtige Informationen
- 🏥 In der Schweiz ist jede in der Schweiz wohnhafte Person verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen (Grundversicherung / LAMal)
- ⏰ Ab dem Zeitpunkt der Einreise muss innerhalb von 3 Monaten eine Versicherung gewählt werden
- 💰 Die monatliche Prämie variiert je nach Kanton und Versicherer – ein Vergleich lohnt sich
- 📋 Zur Grundversicherung kann zusätzlich eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden
- 🇭🇺 Die ungarische Krankenversicherung gilt in der Schweiz nicht – es muss sofort gehandelt werden
Was ist die Grundversicherung und warum ist sie obligatorisch?
Das Fundament des Schweizer Gesundheitssystems bildet die sogenannte Grundversicherung (auf Deutsch: Grundversicherung, auf Französisch: LAMal). Dabei handelt es sich um eine gesetzlich geregelte, obligatorische Versicherungsform, die jede in der Schweiz lebende Person – einschließlich Ausländer – abschließen muss.
Die Pflicht muss ab dem Tag der Einreise bzw. ab Ausstellung der Aufenthaltsbewilligung innerhalb von 3 Monaten erfüllt werden. Versäumst du dies, weisen dir die Behörden automatisch einen Versicherer zu – in der Regel den teuersten in deinem Kanton.
Die Grundversicherung deckt:
Besuche beim Haus- und Facharzt
Krankenhausbehandlungen (in der allgemeinen Abteilung)
Notfallversorgung
Geburtshilfliche Versorgung
Einen Teil der Medikamente und Untersuchungen
Was kostet die Schweizer Krankenversicherung?
Der monatliche Beitrag wird als Prämie (Prämie) bezeichnet. Ihre Höhe hängt von mehreren Faktoren ab:
Kanton: In Zürich und Genf generell höher, in ländlichen Gebieten niedriger
Alter: Erwachsene (26+) zahlen am meisten, Junge (18–25) erhalten einen Rabatt, für Kinder ist der Beitrag deutlich geringer
Versicherungsmodell: Günstigere Modelle (z. B. HMO, Hausarztmodell) schränken die freie Arztwahl ein, senken aber die Prämie erheblich
Franchise (Selbstbehalt): Je höher die gewählte Franchise (300–2500 CHF/Jahr), desto niedriger die monatliche Prämie
Durchschnittlich kann ein Erwachsener mit 300–600 CHF/Monat rechnen, wobei dies je nach Kanton und Modell erheblich variieren kann. Zum Vergleichen empfiehlt sich die Website Priminfo.ch oder Comparis.ch.
Was bedeuten Franchise und Selbstbehalt?
Zwei wichtige Begriffe gilt es zu verstehen:
Franchise (Selbstbehalt): Der Betrag, den du jährlich selbst bezahlst, bevor der Versicherer zu zahlen beginnt. Der Standardwert beträgt 300 CHF, kann aber auf bis zu 2500 CHF erhöht werden.
Selbstbehalt (Kostenbeteiligung): Nachdem die Franchise erreicht ist, übernimmt der Versicherer 90 % aller Kosten – die verbleibenden 10 % zahlst du selbst, maximal jedoch 700 CHF pro Jahr (bei Kindern 350 CHF).
Wenn du gesund bist und selten zum Arzt gehst, lohnt sich eine höhere Franchise, da dadurch die monatliche Prämie sinkt. Wenn du regelmäßige Behandlungen benötigst, kann eine niedrigere Franchise wirtschaftlicher sein.
Wie wähle ich einen Versicherer aus?
In der Schweiz bieten mehrere Dutzend Versicherer eine Grundversicherung an – der gesetzlich vorgeschriebene Leistungsumfang ist bei allen identisch, der Unterschied liegt lediglich im Preis und im Modell. Einige bekannte Versicherer:
CSS
Helsana
Swica
Sanitas
Concordia
Die einfachste Vergleichsmethode ist die Nutzung der Website Comparis.ch, wo du nach Kanton, Alter und persönlichen Präferenzen filtern kannst.
Was ist eine Zusatzversicherung?
Die zur Grundversicherung abschließbare Zusatzversicherung deckt Leistungen ab, die im Grundpaket nicht enthalten sind:
Privat- oder Halbprivatzimmer im Krankenhaus
Zahnbehandlungen
Brillen und Kontaktlinsen
Alternativmedizin (z. B. Osteopathie, Akupunktur)
Versorgung bei Auslandsreisen
Die Zusatzversicherung ist nicht obligatorisch, kann aber für viele sinnvoll sein – besonders wenn du regelmäßig nach Ungarn reist oder Wert auf einen höheren Komfort bei der Krankenhausversorgung legst.
Was muss ich tun, wenn ich zum Arzt muss?
In den meisten Versicherungsmodellen muss man sich zunächst an den Hausarzt (Hausarzt) wenden, der bei Bedarf an einen Facharzt überweist. Im Notfall kann natürlich jede Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden.
Einige praktische Tipps:
Melde dich so bald wie möglich nach dem Einzug bei einem Hausarzt an
Trage stets deine Versicherungskarte (Versichertenkarte) bei dir
Medikamente erhältst du in der Apotheke (Apotheke) – einen Teil der verschreibungspflichtigen Medikamente erstattet der Versicherer
Das Schweizer Gesundheitssystem zu verstehen ist einer der wichtigsten Schritte für einen erfolgreichen Start in der Schweiz. Wenn du Fragen hast, findest du in der svajc.com-Community stets hilfsbereite Ungarn, die diesen Weg bereits gegangen sind.
